Auf den Hund gekommen

Diese Woche werde ich noch kurz bevor sie endet zur Woche der Sammelleidenschaft ausrufen!

Gestern waren nun endlich alle Fundstücke sortiert und verräumt, da kamen mir heute an ganz unerwarteter Stelle diese Augenweiden unter die Finger. Hund und Katz, zarte Girlanden und bunte Blümchen, romatische Engelchen, Pferde für Mädchenherzen, Girlanden, alles mit und ohne Glimmer, ein ganzer Stapel, ganz weit unten in einem Regal. Leider waren sie nicht umsonst, diese hübschen Glanzbilder oder Vielliebchen und deshalb gibt’s nur eine kleine, aber dafür feine Auswahl:

Da fällt mir auf, die Blümchen habe ich wohl vergessen…morgen!
Nikki+++

Am Rande

Ab und zu landen Dinge bei mir, machmal absichtlich, manchmal zufällig, für die ihr ursprünglicher Besitzer keine Verwendung mehr hat. Wie vom Wind verwehte Blätter kommen sie an geflogen, lassen sich hier nieder und finden irgendwann ihre Bestimmung. Neulich so geschehen mit diesen wunderschönen Holzknöpfen, die jemand lange in einer Schachtel aufbewahrt hat und die nun bei mir stehen. Ein kleines Geschenk am Rande, wunderschön und sehr gern entgegengenommen. Vielleicht finden sie sich irgendwann wieder an einer warmen Strickjacke…wer weiß.

Schöne Borten kamen neulich angeflogen. Bunt und lustig, schräg und retro, so wie ich es mag.

Schließen, Schnallen und Schieber in allen Größen waren auch dabei. Die hat jemand über viele Jahre gesammelt, aufbewahrt, über ihre Verwendung nachgedacht und dann doch etwas anderes genommen oder einfach nur Spaß an ihren Formen, Farben und Materialien gehabt.

Oft muss ich Dinge, Stoffe, Muster lange ansehen, bevor ich weiß, wohin sie gehören. Ende Januar hatte ich bei der Stoffrotation mitgemacht. Frau Liebe hat es in einer unglaublichen Geschwindigkeit geschafft, mir mein Tauschpaket zurückzuschicken. Hier liegen sie nun, jeden Tag in Sichtweite. Bis ich weiß, wohin sie gehören, braucht es noch ein bisschen Zeit.
Nikki+++

Frühling im Haus #2

Neulich hat mir eine Freundin aus Zürich ein Foto von einem Bäumchen geschickt, das ‘wild bestrickt’ worden war. Das sogenannte ‘guerilla knitting’ fasziniert mich schon seit längerem, nur im Original habe ich so eine “Strickismus”-Aktion oder ihr Ergebnis noch nie gesehen. Jedefalls sah dieses Schweizer Bäumchen mit seinen bunten Manschetten so lustig aus, dass es mich zu meiner eigenen ‘guerilla-knitting’- Aktion motiviert hat.

Da es hier immer noch eisig kalt ist und ich mir im Moment nicht vorstellen kann, mit klammen Fingern um Äste herumzustricken, habe ich mein Happening ins Haus verlegt. Obwohl ich so moderat begonnen und nur ein paar Blumenvasen bestrickt habe, war’s trotz allem eine echte Fleißarbeit. Ganz ehrlich, das Blumevasenbestricken ist nur empfehlenswert für alle, die Stricken absolut und uneingeschränkt lieben und obendrein kein sinnvolleres Projekt im Auge haben.

Die fröhlichen Kommentare heute morgen zum Frühstück, das oft eine etwas grummelige Angelegenheit ist, haben mich dann doch vom Sinn meines anarchischen Tuns überzeugt:
wir haben hier nämlich eine Obelix- , eine Asterix- und eine Majstix-nach-der-Kur-Manschette!

Und für Idefix wird natürlich auch noch ein Leiberl gestrickt.
Nikki+++

Schokorausch

Schon wieder Kuchen, werden so manche denken, die hier öfter mal vorbeischauen. Es gibt jedoch Tage, die sind einfach so anregenden, da kommt man an einer Süßigkeit nicht vorbei!

Heute Morgen waren einige Dinge des Alltags zu erledigen, mit dem Fahrrad von hier nach dort und wieder nach hier. Ein vielversprechender Morgen mit hellblauem Himmel und einer noch etwas blassen Sonne, aber schon nicht mehr so beißend kalt wie noch vor ein paar Tagen. Die  Vögel haben gezwitschert und dann war da noch das Klopfen eines Spechts. Diese ersten Anzeichen des Frühlings, die mildere Luft, die länger werdenden Tage versetzen mich immer in einen ganz besonderen Rausch.

Vor sehr vielen Jahren hat mir jemand ein Rezept für einen Gateau au Chocolat aus Frankreich mitgebracht. Ein Traum aus Zartbitterschokolade und deshalb für alle Fans dieser Köstlichkeit unbedingt geeignet. Allerdings habe ich auch schon strikte Schokoladenkuchenverweigerer diese Schokotarte mit großem Genuss essen sehen.

Zutaten: 150g Zartbitterschokolade, 75g Butter, 50g Mehl, 125g Zucker, 3 Eier, 1 Prise Salz, 3 Esslöffel Milch

Ofen auf 200°C vorheizen, eine Springform (26 cm) mit Backpapier auslegen. Butter, Milch und Schokolade schmelzen. Mehl, Zucker, Salz und Eigelb hinzufügen und verrühren. Eiweiß steif schlagen und unter die Schokoladenmasse ziehen. In die Springform füllen und ca. 20 Minuten backen. Perfekt ist der Gateau, wenn er in der Mitte noch etwas weich ist.

Ein berauschendes Wochende wünscht
Nikki+++

Sockenmonster

Nun habe ich es also endlich bezwungen –  mein Sockenmonster!

Kasa hatte Anfang des Jahres über ihren Plan berichtet, sich ein komplettes Outfit selbst zu machen. Ich fand die Idee wunderbar inspirierend, aber kann mir immer noch nicht vorstellen, es selbst zu schaffen. Allerdings hat sie mich damit ermutigt, es doch endlich mal mit Dingen zu versuchen, die mir schon immer im Kopf herumspukten.

Eines davon ist Sockenstricken. Vor einiger Zeit hat Bora einen sehr motivierenden Artikel zu diesem Thema geschrieben und daraufhin bin ich tatsächlich einmal vor den Regalen mit Sockenwolle stehen geblieben, die ich sonst immer links liegen lasse beim Wolle kaufen.

Tatsächlich habe ich seit meiner frühen Jugend nie mehr mit einem Nadelspiel gestrickt. Ich fand das Geklappere der vielen Nadeln störend und konnte mich nur daran erinnern, dass die Maschen sehr gerne von den Nadeln hüpfen. Naturmamas Brombeermütze hat mir aber dann dieses Trauma genommen, sodass ich mich endlich an die Socken wagen konnte.

Zugegeben, leicht ist es mir nicht gefallen. Als Anleitung hatte ich Joelle Hoversons “Last-Minute Knitted Gifts” mit der sogenannten Jojo-Ferse. Speziell mit der Ferse habe ich gekämpft wie einst Kapitän Ahab mit dem weißen Wal. Jedoch anders als der Herr mit dem Holzbein, habe ich letztendlich mein “Monster” bezwungen und das ohne dabei von den Nadeln aufgespießt zu werden, um die Analogie bis an ihr grausames Ende weiterzuspinnen bzw. weiterzustricken!

Die zweite Ferse ging mir dann schon etwas leichter von der Hand. Nun bin ich sehr stolze Trägerin von zwei leuchtend pinkfarbenen Auf-dem-Sofa-faulenzen-durch-die-Wohnung-schlurfen-Kuschel-Wohlfühl-Socken. Und eine Bestellung für noch ein zweites Paar habe ich auch schon vorliegen.
Nikki+++

Überzuckert

Die letzten Tage ware so grau, kalt und dunkel, dass man sich nur allzugern zu Hause eingeigelt hat. Die Lust auf was Süßes ist an solchen Tagen nicht weit, auch nicht bei uns.

Wir haben einen ‘Hauskuchen’, vergleichbar mit einem ‘Hausbaum’, der bei Bauernhäusern nah am Haus steht und die Familien durch den Jahreskreis begleitet. So ähnlich begleitet uns dieser Streuselkuchen zu jeder Jahreszeit, je nach Saison mit unterschiedlichen Früchten belegt. Inzwischen kann ihn auch jeder Bewohner unseres Hauses backen. Hier das super-simple Rezept für unseren Lieblings-Obstreuselkuchen.

Zutaten: 200g Butter, 175g Rohrohrzucker, 1 Ei, 1 Päckchen Vanillezucker, alternativ Vanillearoma, etwas Salz, 400g Mehl (1050), 2 Tl Backpulver, Puderzucker zum Bestäuben

Butter, Zucker, Vanillezucker, Salz und Ei schaumig rühren. Das mit Backpulver vermischte Mehl nach und nach zur Schaummasse geben, bis ein krümeliger Teig entsteht. Ein Drittel der Krümel in einer gefetten und bemehlten Springform (26 cm Durchmesser) als Kuchenboden festdrücken, Früchte der Saison oder eingemachte Früchte auf dem Boden verteilen, anschließend den restlichen Krümelteig darüberbröseln. Im vorgeheizten Ofen bei 180°C ca. 55 Minuten goldbraun backen. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen, aus der Springform lösen und mit Puderzucker bestreuen. Noch etwas warm und mit Schlagsahne serviert ist er ein Traum, aber auch am nächsten Tag schmeckt er noch grossartig.

Heute Nacht hat es nochmals geschneit und nun ist die Welt da draussen weiß überzuckert und wieder hell, freundlich und einladend, so wie unser Aprikosenstreuselkuchen.
Nikki+++

Steinzeitfeuer

Ich weiß, die meisten, die regelmäßig auf meinem Blog vorbeischauen, erwarten Artikel übers Stricken, Nähen, Patchworken oder übers Selbermachen mit Papier und Farbe. Gestern jedoch hatte ich ein Selbermach-Erlebnis ganz anderer Art, das so aufregend war, dass ich hier unbedingt darüber berichten muss.

Wie die schon häufig erwähnte naturmama, streife auch ich in regelmäßigen Abständen mit einigen Naturkindern durch die Gegend. Gestern hatten wir einen Gast dabei, der uns etwas Wunderbares gezeigt hat: wie man ohne Streichhölzer Feuer macht!

Hier ein Teil unserer Werkzeuge:

Dazu kommt noch Ausdauer und auch etwas Kraft:

Anschließend Pusten bis (fast) zum Umfallen:

Zum Glück gab’s auch noch ein paar Helfer:

Mit etwas Geduld brennts lichterloh!

Beim nächsten Mal haben wir dann sicher Bratwürstel und Stockbrot mit dabei.
Danke, liebe B., für dieses herrlich warme Feuer!
Nikki+++

Frühling im Haus #1

In unserer Gegend, die auch den charmanten Namen “Schotterebene” trägt, klebt der Nebel an manchen Tagen wie zäher, grauer Kaugummi vor den Bergen. Dann weht kein Lüftchen, es herrscht den ganzen Tag Zwielicht, und eine eisige Kälte lässt solche Weicheier wie mich lieber im Haus verschwinden.

Heute morgen war ich allerdings unterwegs, denn das Gartenbauamt hat unserem Park mal wieder eine Pflegekur angedeihen lassen. Von dessen radikaler Methode, sämtliches Unterholz zu entfernen, mag man halten, was man will. Ein Vorteil ist jedoch, dass Berge von herrlichen Zweigen herumliegen und nur darauf warten, mitgenommen zu werden.

Vor einiger Zeit hatte ich bei Amy Butler eine witzige Anleitung entdeckt, die genau das Richtige ist für Leute, die schon Mitte Februar den Frühling herbeisehnen. Deshalb habe ich mir heute Blätter an meine Birkenzweige gezaubert.

Statt des doppelseitigen Bügelvlieses, das in der Anleitung angegeben war, habe ich die Stoffblätter mit Vliesofix auf eine Näheinlage in der Stärke des Vlieseline S80 aufgebügelt.

Und eine weitere kleine Änderung habe ich mir noch erlaubt: Statt der Kunststoffstiele von ausrangierten Seidenblumen habe ich Birkenzweige verwendet. Sie müssen nur frisch genug sein, damit sie beim Nähen nicht brechen.

Nun ist der Frühling bei mir eingezogen … und gerade in diesem Moment kommt tatsächlich die Sonne hinter den Nebelbänken hervor. Wie schön!!
Nikki+++

Kalter Kaffee

Ich habe eine Freundin, die stellt mich immer wieder vor neue Herausforderungen. Neulich hat sie mir etwas gebracht, von dem ich dachte, es sei längst ausgestorben: einen Kaffeekannenwärmer.

Ich bin mir nicht eimal sicher, ob das der richtige Begriff für so ein Ding ist, das man zwar immer mal wieder in hübscher Ausführung in diversen Handarbeitsbüchern entdeckt, von dem ich aber nicht weiß, wer es in Zeiten von italienischen Cappuccinovollautomaten noch benutzt. Wer brüht denn Filterkaffee in riesigen Kaffeekannen und will ihn dann warm halten? Doch nicht mal mehr unsere Omas. Da stand K. also mit der ollen Wärmehaube und wollte gerne eine neue.

Ich hatte ihr bereits eine Brottasche in Sondergröße genäht und in diesen Farben wollte sie gerne die Haube haben. Kaffeefarben, was sonst!

Schnitt und Konstruktion waren nicht sehr schwer nachzuvollziehen. Eigentlich fast wie eine Wendetasche und die kann ich ja (fast) im Schlaf nähen.

Etwas länger herumgedacht habe ich auf der Stepperei. Die Haube ist mit zwei Lagen Volumenvlies gefüllt, damit es der Kaffee auch schön kuschelig hat. Das Vlies sollte außer in den Nähten noch irgendwie fixiert werden, damit es nicht so leicht verrutscht und häßliche Beulen macht. Kürzlich habe ich mich mit einer meiner Handarbeitsfreundinnen über die Punktheftung unterhalten, die man auch für Quilts verwenden kann, wenn man nicht mit der Maschine steppen möchte. Da kam dann endlich die ersehnte Erleuchtung!

Ich bin ein richtiges Eichhörnchen und habe überall meine Verstecke mit Schachteln voller Dinge, die ich ewig aufhebe und die ab- und zu dann doch zu ihrer perfekten Verwendung finden. Nun weiß ich auch, warum ich immer von allen alten Hemden, Bettwäschestücken usw. die Knöpfchen abschneide….

Liebe K., da ist sie, deine neue, alte Kaffekannenwärmehaube.

Laß dir deinen Kaffee schmecken!
Nikki+++

Ein etwas anderer Blumengruß

Gestern haben wir in der Messewerkstadt unser Lager umgezogen. Ich weiß nicht, wie viele Stunden wir in Bergen von Wolle und Stoff gewühlt, Borten, Garne und Knöpfe in Kisten sortiert, Papier, Farbe, Pinsel, Stifte, Scheren, Werkzeug und Kleber geschleppt haben. Doch dann hatten wir es geschafft und alles, oder besser fast alles, lagert nun schön übersichtlich in stabilen Regalen in einem Raum neben der Wagnis-Werkstatt und wartet darauf, verwendet zu werden.

Beim Schwelgen in Material ist mir ein kleiner Karton mit Papier, Draht und Bast in die Hände gefallen, der mal gepackt worden war, um im allerersten Kreativen Sonntagscafé vor knapp zwei Jahren Papierblumen zu basteln. Eine Freundin hatte damals diese Idee mitgebracht und ich fand sie so wunderschön, dass ich mich sehr über diese kleine Fundsache gestern gefreut habe. Heute zum Valentinstag steht nun eine kleiner Blumengruß auf unserem Tisch.

Man braucht dazu verschiedene bunte Papiere, Seiten aus Zeitschriften, ein ausrangiertes Taschenbuch, Schere, Stift, Bindedraht, Bast und ein paar einigermaßen gerade Zweige. Meine Schablonen sind ca. 10cm bzw. 8,5 cm breit und 12 cm hoch. Aus den Papieren mit Hilfe der Schablonen mehrere Blütenblätter ausschneiden und ein Blatt nach dem anderen mit dem Basteldraht um die Stöckchen wickeln, bis euch die Blüte gefällt. Einige Blätter mit der Schere nach aussen wölben, eventuell in ein paar Blätter Fransen schneiden und zuletzt den Drahtansatz mit Bast umwickeln, fertig!

Happy Valentine!
Nikki+++