21. March 2011 
Ich muss zugeben, ich habe einen prägenden Teil meiner Kindheit und frühen Jugend in den 70er Jahren zugebracht. Immer wieder treffe ich Menschen, die diese Jahre bezüglich Frisuren, Klamotten und Design am liebsten vergessen würden. Allein der Gedanke an Cord- oder Nickistoffe läßt sie erschauern. Rot, Orange, Gelb, unsäglich! Und auf gar keinen Fall diese riesigen floralen Muster. Bunte Kunststoffstühle, Stiftehalter in amorphen Formen, farbige Glaslampen – oh nein!
Ich gehöre zu der anderen Gruppe, bei der diese Stoffen, Farben und Formen die angenehme Erinnerung an eine kunterbunte Kindheit wachrufen. Ich hatte damals eine Großtante, die war für mich fast wie eine Oma. Tante Emmi strickte und nähte unablässig. Blieb Wolle übrig, dann verwertete sie diese Reste in farbenfrohen Häkeldecken. An diese Decken, auf und in die ich mich oft kuschelte, muss ich immer sofort denken, wenn ich Granny Squares sehe.
Nun endlich habe ich mich selbst an ein kleines ‘Granny Square’ – Projekt gewagt. Ich habe mir vorher einige Anleitungen angesehen. ‘Granny Suares’ sind inzwischen ein echter Hype. Ich habe den leisen Verdacht, es gibt noch mehr Flowerpower-Nostalgiker wie mich. Erst heute habe ich im neuen Eigenwerk-Magazin einen ganzen Artikel über die bunten Häkelquadrate gelesen.
Anleitungen für die unterschiedlichsten Granny Square-Muster gibt es genug. Meine Favoriten sind die ‘Sunburst Flower Granny Squares’. Kasa hat für dieses Muster eine Anleitung aus dem Englischen übersetzt und sehr liebevoll fotografiert. Hilfe und Tipps zum Zusammensetzen der einzelnen Quadrate findet man recht leicht und oft auch als Video im Internet.

Das Vernähen der Fäden hat nochmal solange gedauert wie das Zusammensetzen der Quadrate. Ich habe lange gepuzzelt, damit sich die Farben der Blumen abwechseln. Am Ende hat es dann doch nicht ganz gestimmt. Aber wenn ich jetzt sehe, wie meinem Gegenüber auf dem Sofa die Augen langsam zufallen, während er sich entspannt ans Granny Square-Kissen lehnt, dann freue ich mich und denke darüber nach, wie gemütlich es doch mit einer ganzen Decke aus Granny Squares wäre.
Nikki+++
20. March 2011 
Viele Leute haben so einen Kuchen, den es immer und unbedingt geben muss, wenn Geburtstag gefeiert wird. Heute war ich in einem Haushalt, da gibt es zum Geburtstag immer Fantaschnitte.
So wie der Name, ist auch der Kuchen: irre retro was die Zutaten und die Kalorien angeht. Fantaschnitte ist absolut nichts für Leute, die auch bei Kuchen gern auf den optimalen Nährwert achten. Für alle diejenigen aber, die es gern mal üppig und sahnig lieben und nichts gegen Pfirsiche aus der Dose haben, ist die Fantaschnitte genau richtig. Heute nur ein Foto, mein Beitrag zu Sonntagsüß. Sobald ich die Fantaschnitte selbst einmal gebacken habe, gibt’s auch das Rezept.
Nikki+++
17. March 2011 
Ich bin ganz groß darin, meinen Lieben zu erklären, dass man Hausaufgaben am besten einfach anpackt. Dass man sie nicht zu lange hinauszuschiebt, bis sie sich wie ein unüberwindbarer Berg auftürmen und unbezwingbar erscheinen. Klar, ich habe gut reden, schließlich hatte ich schon ziehmlich lange keine Hausaufgaben mehr auf. Doch dann hörte ich vor Kurzem plötzlich diesen unheilvollen Satz: “und die Hausaufgabe bis zum nächsten Mal…”
Ein Mandala sollte es werden, ein Bild aus dem Inneren. Die Größe war vorgegeben, Material und Ausführung konnten frei gewählt werden. Es gab auch bereits eine kleine Vorarbeit, eine Art Skizze, die weiterentwickelt werden konnte. Bis zum bereits erwähnten ‘nächsten Mal’ waren es vier Wochen, also ausreichend Zeit, um die Aufgabe entspannt anzugehen.
Die Hausaufgabe wurde natürlich erst einmal verschoben, von einem Tag zum nächsten, über das Wochenende hinaus in die nächste und dann in die übernächste Woche. Bis schließlich entgegen aller schlauen Ratschläge nur noch eine Woche übrig war. Auf einmal war es keine spannende Herausforderung mehr, die es motiviert anzupacken galt, sondern eins von den vielen, irgendwie lästigen Dingen, die auch noch zu erledigen waren. Eine große, fette Wolke.

Zum Glück habe ich zufällig bei Rachel einen Artikel zu Ticker Tape Quilts entdeckt. Das war für mich der längst fällige Tritt, den ich brauchte, um endlich loszulegen. Ich habe alle Teile meines Mandalas wie bei den Ticker Tape Quilts direkt auf die drei Lagen, den Oberstoff, die Wattierung und die Rückseite gesteppt. Da war es, mein Bild aus dem Inneren. Und weil ich innerlich unter anderem ein sehr pragmatischer Typ bin, habe ich daraus kurzer Hand eine Kissenhülle genäht.

Nun lädt mein Bild von Aussen und Innen, von Nähe und Ferne, von Licht und Schatten zum Kuscheln ein und verschafft hoffentlich sehr viele süße Träume.
Nikki+++
17. March 2011 
In der letzten Woche waren hier Ferien. Keine Pläne, ein oder zwei Ausflüge, nur eine kleine Liste mit Erledigungen, ansonsten in den Tag hinein leben, nicht so früh aufstehen, bis mittags im Schlafanzug rumgammeln, das schöne Wetter genießen, die Uhr einfach mal vergessen.
Spannend, was dabei herauskommt, wenn man die Zeit mal einfach Zeit sein lässt. Wie sich die Fantasie in die verschiedensten Richtungen entfaltet, wenn ihr keine Richtung vorgegeben wird. Wieviele bunte und fröhlich Bilder entstehen, wenn die Farben nicht hingestellt werden. Wieviele Details beobachtet werden, wenn die Augen einfach mal schweifen dürfen. Wieviel Dinge entdeckt werden, wenn dem Forscherdrang keine Grenzen gesetzt werden.
Nun haben die Zeit und die Wirklichkeit uns wieder. Viel mochte ich nicht sagen in den letzten Tagen. Ich habe stattdessen meine Lieblingsblogs besucht. Kasa und Naturmama, die mit wenigen Worten sehr viel gesagt haben. Bora, die bewundernswert passende Worte zum Thema Hoffnung gefunden hat. Und so lasse ich meine Ferienbilder einfach stehen – als ganz persönlichen Hoffnungsschimmer.




Nikki+++
13. March 2011 
Ich gestehe, ich bin eine Mitmacherin. Teilen, Gewinnen, Ausprobieren, Tauschen, Neues entdecken, wunderbar! Initiative Sonntagssüß von Fräulein Text hat es mir echt angetan. Immer wieder sonntags wird gerührt, geknetet, gebacken, verziert und genossen. Wie könnte ich alte Süßspeisenmamsell da widerstehen?
Gugelhupf sagte unser Sonntagsgefühl heute morgen. Ein Rührkuchen. Und etwas Schokolade darf auch nicht fehlen. Hier das Rezept für einen Mini-Marmor-Gugelhupf, wer eine große Form hat, kann die Zutaten einfach verdoppeln:
125g Butter, 100g Rohrohrzucker, 1 Päckchen Vanillezucker, abgeriebene Zitronenschale (ungespritzt), eine Prise Salz, 2 Eier, 150g Weizenmehl (1050), 2 TL Backpulver, 1 EL Milch, 2 TL Kakaopulver, 1 EL Milch.
Weiche Butter und Zucker mit dem Rührgerät schaumig rühren. Vanillezucker, Zitronenschale, Salz und Eier hinzufügen und gut verrühren. Mehl mit Backpulver mischen und locker unter die Schaumasse rühren. Etwas Milch hinzufügen, bis der Teig weich von den Rührbesen fällt. Die Hälfte des Teigs in eine gefettete und bemehlte Backform füllen. Unter die andere Hälfte des Teigs das Kakaopulver und einen Esslöffel Milch rühren. Den Kakaoteig ebenfalls in die Backform füllen. Mit einer Gabel den hellen und den dunklen Teig spiralförmig vermischen. Im vorgeheizten Backofen bei 200°C ca. 25 Minuten (180°C und ca. 50 Min bei der großen Form) backen. Am Ende der Backzeit den Holzstäbchetest nicht vergessen! Den fertigen Kuchen aus der Form stürzen und mit Puderzucker bestäuben oder mit Schokoladenkuvertüre überziehen.

Das Allerbeste an diesem Kuchen? Das Abschlecken der Rührbesen.
Nikki+++
11. March 2011 
Mir genügen schon ein Sonnenstrahl und ein paar Grad über Null und ich kann am Ende des Winters nicht mehr an mich halten und renne mit Handschuhen, Rechen und Gartenschere bewaffnet in den Garten. Heute war der perfekte Tag, um schon mal ein wenig herumzuwühlen, die Himbeeren und Rosen mit Kompost zu versorgen und die Blütenstände vom Vorjahr abzuschnippeln.
Unser Garten ist zwar mini-klein, aber macht mega-viel Spaß und ein wenig Wiese zum Rumliegen gibt’s auch. Die musste heute auch eine Frühjahrskur über sich ergehen lassen. Ich bin ihr mit dem Rechen zu Leibe gerückt, vielmehr dem Moos, das es sich gerne in der Wiese bequem macht.
Da unser Komposthaufen proportional zur Grösse des Gartens ebenfalls nur mini ist, wollte ich ihn mit dem ganzen Moos nicht überfordern. Die Mooshaufen haben sich flugs mit Hilfe von Bindedraht in Mooskugeln verwandelt, die jetzt ganz famo(o)s unseren Garten schmücken.
Sonniges Frühligswochenende!
Nikki+++
9. March 2011 
Heute hat endlich der echte Frühling vorbeigeschaut und nicht nur sein kleiner frösteliger Bruder, der uns in den letzten Tage ständig gefoppt hat. Die Sonne sah nicht nur warm aus, sondern sie war es auch und wir haben sofort Mützen und Handschuhen ade gesagt.
Eine kleine Weile wird es noch dauern, ehe auch die ersten Blumen dem Frieden trauen und sich ans Licht wagen werden. Deshalb haben wir uns heute Blumen aus der Dose gezaubert. Dabei kam die Serviettentechnik zum Einsatz, die manchmal leider arg verzopft daher kommt und garnicht zeigt, zu was sie wirklich im Stande ist. Ich liebe diese Technik und ernte bei Einladungen gern schele Blicke, weil ich (nur leicht) gebrauchte Servietten von der Kaffeetafel klaue.
Diesmal haben die kleine Miss und ich mit Serviettenkleber aus unserem Dosenschrott ganz schnell ein paar Töpfchen für unseren Tischfrühlingsgarten gemacht. Die Dosen haben wir erst mit Dispersionsfarbe weiß gestrichen und anschließend mit Serviettenpatchwork verziert. Man kann aber auch jedes andere Papier verwenden. Bilder aus Zeitschriften oder Zeitungstypo wirken auch sehr schön.




Bald schon kommen unsere Blumen ins Freie. Dann verwenden wir die Töpfe für unsere Sämlinge auf der Fensterbank.

Der Frühling kommt nun ganz bestimmt!
Nikki+++
8. March 2011 
Letzter Tag einer besonders langen Faschingszeit. Interessanterweise scheint die DIY-Szene dieses Ereignis fast gänzlich zu ignorieren. Während der Valentinstag die Handarbeitsherzen wochenlang erglühen lässt, bleiben beim Fasching die kreativen Gemüter eher kalt.

Schade eigentlich, denn wann sonst könnte man seine Kreativität zu solch absoluten und irrsinnigen Hochtouren auflaufen lassen, wenn nicht im Fasching? Warum das Feld den ausgestanzten Fabrikkostümen und vorgefertigten Masken überlassen? Wie die Kinder, die haben keine Scheu und leben ihre Fantasien und Träume einfach aus.

Ich habe allerdings den Verdacht, dass die meisten DIYler eigentlich Faschingsmuffel sind. So wie ich. Deshalb freue ich mich, wenn er heute abend wieder rausgekehrt wird, der Fasching!
Nikki+++
7. March 2011 
Claudia hat sich einen Traum verwirklicht: die eigene kleine Kunsthandwerker-Galerie.
Hands Gallery heißt das Lädchen, in Anlehnung an Claudias amerikanische Wurzeln. Hier hat sie allerlei Handgemachtes versammelt und nicht nur aus dem textilen Bereich. Zwar tummeln sich in den zwei Räumen in München-Haidhausen viele getrickte, gestickte und genähte Unikate aber es gibt auch erlesene Tees aus Sri Lanka und feines Olivenöl aus Griechenland, allesamt verwurzelt in alten Handwerkstraditonen.
Seit 1. März 2011 ist die Hands Gallery geöffnet und freut sich über alle, die vorbeischauen. Und wer gerne mit Eröffnung feiern möchte, hat dazu Gelegenheit am 14. März 2011 von 16 bis 22 Uhr.
Einfach mal reinschauen. Und NikkiBags gibt’s auch!
Nikki+++
Hands Gallery
Pariser Straße 21
81667 München-Haidhausen
Öffnungszeiten:
Di, Do, Sa 10-14 Uhr
Mi & Fr 12-18 Uhr
6. March 2011 
Unter Probiert hat sich hier schon ein kleines Backbuch angesammelt, eine gewisse Leidenschaft fürs Kneten und Rühren kann ich also nicht verbergen. Vorallem das Wochenende macht mich immer backlustig und wenn es dann auch noch mit einem so schönen weiß-blauen Himmel daher kommt, dann wird gern einmal ein heimatliches Rezept hervorgekramt. Eigentlich würde ich in dieser Gegend nie auf die Idee kommen, Brezen selbst zu backen, wo man doch an jeder Ecke dieses knusprige Laugengebäck kaufen kann, es in Biergärten und auf dem Oktoberfest in Übergröße angeboten wird und es quasi zur Grundausrüstung aller Mütter mit Kleinkindern gehört, eine Breze (“aber bitte ohne Salz”) im Gepäck zu führen.
Doch Steffi hat neulich ein Rezept für Brezen aufgeschrieben. Sie und ich teilen einige Leidenschaften und eine davon ist sicher das Backen. Recht viel mehr weiß ich nicht über sie, nur dass sie wohl auch aus dem süddeutschsprachigen Raum ist und dass ihre Brezen großartig schmecken. Und da ich weiß, dass ab und an einige hier lesen, die unsere Gegend schon vor längerer oder auch erst vor kurzer Zeit verlassen haben, hier also nun eine Backanleitung für einen Heimatabend. Das Rezept müsst ihr allerdings bei Steffi nachlesen.
Nikki+++
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meet nikki bavarian, living in virginia, homebaker and pastrylover with a passion for things made from scratch.
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